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Unterstützung ukrainischer Flüchtlingskinder

Kinder in der gesamten Ukraine sind nach wie vor von bewaffneter Gewalt betroffen - mehr als 700.000 Menschen sind über die Grenze geflohen, und es wird erwartet, dass noch viele weitere kommen werden. War Child setzt alles in Bewegung, um gefährdeten Flüchtlingskindern und Familien psychosoziale Soforthilfe und Schutz zu bieten.

Erschöpfte Flüchtlingskinder

Zurzeit sind 700.000 Ukrainer aus ihrem Land geflohen. Die meisten suchen Zuflucht in Polen, aber auch in Ungarn, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldawien.

Am Grenzübergang in Siret, im Nordosten Rumäniens, nahmen örtliche Freiwillige erschöpfte Flüchtlinge, meist Frauen und Kinder, in Empfang.

"Wir mussten bis zur Grenze laufen, und das hat sehr lange gedauert", sagt der sechsjährige Platon, der mit seiner Familie einen Vorort von Kiew verließ, während die Wohnung, in der sie lebten, durch eine Explosion erschüttert wurde. "Mir war sehr, sehr kalt und ich durfte Papas Mantel anziehen - er reichte fast bis zum Boden."

Während die Familie fünf Stunden lang inmitten der Menschenmassen vor dem Grenztor wartete, brach die Nacht herein. Ständig wurde geschrien; jedes Mal, wenn sich das Tor öffnete, drängte eine Welle von Menschen vor und ein Grenzsoldat schoss in die Luft. Platons Vater sagt, dass seine Kinder seine Hände fest drückten und kein Wort sagten.

Sofortige Unterstützung erforderlich

Lokale rumänische zivilgesellschaftliche Organisationen tun ihr Bestes, um die Flüchtlinge zu beherbergen, aber sie haben nur wenige Ressourcen und wenig bis gar keine Erfahrung mit der Unterstützung in Kriegssituationen.

 

Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge weiter rapide ansteigen wird - bis zu vier Millionen Menschen. Die Lage verschlechtert sich von Stunde zu Stunde - mehr Unterstützung ist dringend erforderlich.

 

Aus jahrelanger Erfahrung wissen wir, wie wichtig es ist, dass Kinder aus Konfliktgebieten so schnell wie möglich hochwertige psychosoziale Unterstützung erhalten.

 

"Die Kinder sind verwirrt, sie wollen nach Hause, aber sie scheinen noch kein schweres Trauma zu haben", sagt Eugenia Matuadinae, eine Kinderpsychotherapeutin, die ehrenamtlich in einem zum Schutzraum umfunktionierten Gymnasium arbeitet. "Die meisten Kinder, die in den ersten Stunden des Krieges geflüchtet sind, haben noch nicht viel Gewalt erlebt. Heute beginnt sich das zu ändern. Die größten Probleme fangen gerade erst an."

Psychologische Erste-Hilfe-Ausbildung

War Child bereitet sich darauf vor, lokale Organisationen in psychologischer Erster Hilfe und anderen psychischen Gesundheitsdiensten auszubilden. Um den unmittelbaren Gefahren zu begegnen, werden wir auch unser Fachwissen im Bereich des Kinderschutzes zur Verfügung stellen und Möglichkeiten zur Einrichtung von War Child 'Safe Spaces' in Rumänien, Moldawien und anderen gefährdeten Erstaufnahmeländern sondieren.

 

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf dem Schutz von Kindern liegen, da die meisten Flüchtlinge Frauen und Kinder sind, die einem erhöhten Risiko von geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt sind.

Aufruf zum sofortigen Waffenstillstand

"Es bricht uns das Herz, dass so etwas in der Ukraine wieder passiert", sagt Ramin Shahzamani, Geschäftsführer von War Child. "Wir rufen zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Der Krieg muss jetzt aufhören."

"War Child und andere humanitäre Organisationen müssen ungehinderten Zugang zu Kindern und Familien haben, die von dem bewaffneten Konflikt betroffen sind. Alle Parteien müssen ihren Verpflichtungen aus dem humanitären Völkerrecht nachkommen und unter anderem sicherstellen, dass Zivilisten und zivile Objekte, insbesondere Schulen und Krankenhäuser, vor Angriffen geschützt werden."

Verstärkte Unterstützung

Die Familien im Nordosten Rumäniens werden in Schulen, Kirchen, Ferienhäusern und anderen Unterkünften untergebracht. In der Zwischenzeit spielen die Kinder in behelfsmäßigen Schlafzimmern, die mit Matratzen und verstreuten persönlichen Gegenständen gefüllt sind.

Sie sind in Sicherheit, aber ihre intensiven Erfahrungen mit Krieg und Gewalt sind mit ihnen gereist. Für viele Familien fängt der Alptraum gerade erst an.

War Child steht in engem Kontakt mit lokalen Organisationen in der Ukraine, den Nachbarländern und auf internationaler Ebene, um herauszufinden, wie die Unterstützung in naher Zukunft verstärkt werden kann.