Informationen zur COVID-19 Krisenbewältigung


War Child ruft zu Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft auf und passt eigene Programme an die Krisenbewältigung von COVID-19 an

Aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) auf der Website resettlement.de geht die temporäre Aussetzung der Aufnahmen von besonders schutzbedürftigen Personen im Rahmen der Resettlement- und humanitären Aufnahmeprogramme (HAP) hervor.

 

War Child Deutschland unterstreicht die Wichtigkeit der Schutzmaßnahmen und fordert die Aufhebung der Einreisebeschränkung für diese besonders schutzbedürftige Zielgruppe. Die kurzfristige Umsetzung stellt viele Flüchtlingsfamilien vor extreme Herausforderungen, da sie bereits auf der Reise sind und jetzt entweder irgendwo auf die Einreise warten müssen oder sogar bei der Einreise von anderen Familienmitgliedern getrennt wurden.

 

“Diese Pandemie sollte nicht zu einer weiteren humanitären Krise werden. Der Schutz der Schwächsten sollte eine Priorität sein”, sagt dazu Dr. Unni Krishnan, Direktor Humanitäre Hilfe von War Child Holland.

Aufgrund der aktuellen Lage in Bezug auf den Ausbruch der Coronavirus Pandemie sieht War Child sich gezwungen, alle Gruppenaktivitäten mit Kindern und Erwachsenen einzustellen.

 

“Diese Entscheidung wurde getroffen, um die Gesundheit der Kinder, die an unseren Programmen teilnehmen, und die ihrer Familien zu schützen. Wir werden uns an die Vorgaben der Bundesregierung halten und unsere Programme dann wieder aufnehmen, wenn auch die Schulen und Kindergärten wieder geöffnet sind”, so Geschäftsführerin Lydia Sleifir.

 

Die Beratung in individuellen Fällen wird fortgesetzt. Zudem wird War Child, wann und wo immer möglich, Aufmerksamkeit auf die Aufklärung über den Virus und vorbeugende Maßnahmen lenken. Zusätzlich bietet War Child als Reaktion auf die aktuelle Herausforderung ab nächster Woche vornehmlich digitale Unterstützungsangebote in Form von Ideen für spielerische und kreative Aktivitäten sowie Hilfestellungen für Gespräche in der Familie, die das psychosoziale Wohlbefinden fördern, zum Download über die War Child Kommunikationskanäle an.

Das Coronavirus hat jeden von uns betroffen, stellt dabei aber unterschiedliche Menschen auf unterschiedliche Weise vor besondere Herausforderungen. Für Familien mit Fluchthintergrund sind die Vorgaben, mit denen sich die gesamte Bevölkerung aktuell auseinandersetzen muss, ganz normaler Alltag: In Flüchtlingsunterkünften leben Familien auf engem Raum zusammen, die Eltern gehen nicht arbeiten, Kinder können nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen, die Betreuung muss weitestgehend von den Eltern selbst übernommen werden.

 

Zusätzlich sind die Erlebnisse der Flucht oder auch Stigmatisierung hier in Deutschland Auslöser für Angstzustände, Depressionen oder Belastungsstörungen. War Child setzt sich dafür ein, dass Kinder und ihre Familien bei der Verarbeitung solcher Erlebnisse unterstützt werden, und Kinder und Jugendliche die Perspektive für eine positive Zukunft entwickeln - für sich und andere.

 

War Child will alle Familien in Deutschland bei der Bewältigung der Krise unterstützen und gleichzeitig für mehr Solidarität mit den Schwächsten unserer Gesellschaft aufrufen: “Wir dürfen auch in turbulenten Zeiten wie jetzt nicht vergessen, dass es neben der Corona-Krise weiterhin auch andere Humanitäre Krisen gibt. Umso wichtiger ist es jetzt weiter Aufklärungsarbeit zu leisten und Spenden für unsere Arbeit zur Unterstützung unserer Mitmenschen zu gewinnen.” äußert sich dazu Dannie Quilitzsch, Geschäftsfüherin von War Child Deutschland.

Kontinuierliche Bewertung der Lage

War Child wird kontinuierlich von Land zu Land bewerten, ob Ausnahmen genehmigt werden können. In diesem Prozess werden wir uns an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten und eng mit den Gesundheitsbehörden und anderen Organisationen in den jeweiligen Ländern kooperieren.

In den Afrikanischen Ländern, in denen wir aktiv sind, fanden im Zusammenhang mit dem Ebola Virus bereits Maßnahmen statt, die sich mit der Prävention von Epidemien sowie den Auswirkungen einer Epidemie auf die mentale Gesundheit beschäftigten.

Begründung für die vorläufige Einstellung der Programme

„Wir treffen diese Entscheidung schweren Herzens“ so Tjipke Bergsma, Managing Director von War Child Holland. „Aber unter diesen Bedingungen können Gruppenaktivitäten mehr schaden, als Gutes bewirken. Wir unterstützen Kinder in Ländern, die von bewaffnetem Konflikt betroffen sind, dort gibt es oft kaum oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Es ist daher essentiell, die Kinder, ihre Familien und Communities soweit wie möglich davor zu bewahren, krank zu werden.“

War Child arbeitet zudem daran, ihre 250 Mitarbeiter zu schützen, um sicherzustellen, dass auch zukünftig Kinder und ihre Familien unterstützt werden können.

Aufmerksamkeit und Aufklärung

Im Libanon führt War Child Sessions für Kinder, Erziehende, Lehrer und lokale Organisationen in kleinen Gruppen durch, die Aufmerksamkeit und Aufklärung im Bezug auf den Virus liefern. In Sri Lanka, wo die Schulen geschlossen sind, bietet War Child Kinderbetreuung in kleinen Gruppen an.

Spender und Freunde

Alle War Child Büros bleiben bis auf Weiteres geschlossen und Mitarbeiter werden von Zuhause aus arbeiten. Alle nicht absolut notwendigen Reisen wurden gestrichen. Öffentliche Fundraising-Aktivitäten wurden eingestellt. „Unsere Gedanken sind bei den vielen Volunteers, Spendern und Freunden, die Kinder in und aus Krisengebieten schon so lange unterstützen, und die möglicherweise von der Pandemie betroffen sind,“ sagt Bergsma. „Ihr seid Teil der War Child Familie.“

 

War Child arbeitet in 14 Ländern weltweit und erreicht über 200.000 Kinder und Erwachsene, die von bewaffnetem Konflikt betroffen sind oder waren.

 

Ansprechpartnerin bei Fragen, Kooperationsideen oder Spendenangelegenheiten:

 

Dannie Quilitzsch

dannie.quilitzsch@warchild.de

Mobil: +49 160 15 555 81

 

Die Pressemitteilung zum Download:

Download
War Child Deutschland PM zu COVID-19
WarChildDE_PM_COVID_DQ_19032020.pdf
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Mehr über WAR CHILD

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Auch in den schwierigen Zeiten von COVID-19, einer weltweiten Krise, gehen bewaffnete Konflikte und Kriege weiter - leider wird dieser Tatsache aber zu wenig Aufmerksamkeit gewidment. Die Kinder und Jugendlichen, die von bewaffnetem Konflikt betroffen sind, brauchen aber weiterhin Unterstützung. Spende jetzt und hilf uns, diese Kinder zu unterstützen!

COVID-19 Notfallprogramm

Auf Hochtouren arbeiten wir an der Anpassung unserer Programme so dass wir auch weiterhin viele Kinder und Jugendliche erreichen, trotz Kontaktverbot. Dazu haben wir ein Notfallprogramm initiiert, das durch Aufklärung und Online-Angebote auf die aktuelle Situation reagiert. Auch hier spielt Kreativität und psycho-soziales Wohlbefinden eine große Rolle.