Ansatz und Selbstverständnis


War Child befähigt Kinder und Jugendliche, ihre eigene Zukunft zu gestalten. Wir glauben, dass Kinder und Jugendliche ihre innere Kraft nutzen können, um neue Möglichkeiten, Ideen und Initiativen zu entwickeln. Sie sind es, die ihre Rechte verwirklichen und die Zukunft verändern können. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für Gleichaltrige, Erziehende, Communities und damit für uns alle!

Um dies zu erreichen, arbeiten wir zu drei integrierten Programmthemen, in denen sich unsere sozio-ökologischer Mehrebenenansatz spiegelt:

Psycho-sozial

Im Krieg verändert sich das Leben eines Kindes abrupt. Kinder und Jugendliche werden Zeuge von Gewalt oder sind selbst Gewalt ausgesetzt, meistens gegen ihren eigenen Willen. Während bewaffneter Konflikte leben viele Kinder und Jugendliche in Camps für Binnenvertriebene oder Flüchtlingslagern, erleben den Verlust von Angehörigen und Freund*innen, und es fehlt ihnen häufig zunächst an Struktur und regelmäßigen, täglichen Aktivitäten, wie dem Schulbesuch. Infolgedessen können sie ängstlich, deprimiert und zurückgezogen oder rebellisch und aggressiv werden. Um diese Auswirkungen zu überwinden, unterstützt War Child diese Mädchen und Jungen mit psycho-sozialer Unterstützung. So wird die Spirale der Gewalt durchbrochen, die sich oft durch Generationen zieht. Unsere psychosozialen Programme wirken langfristig friedensstiftend.

Bildung

Für viele Mädchen und Jungen bedeutet der Krieg das Ende des Schulbesuchs. Der Schulweg und auch der Schulbesuch selbst kann zu gefährlich sein. Häufig gibt es auch keine funktionalen Schulen mehr oder die Lehrkräfte sind nicht mehr verfügbar.

War Child ermöglicht Kindern und Jugendlichen, ihr Recht auf qualitativ hochwertige Bildung geltend zu machen. Wir arbeiten in drei Hauptbereichen: nicht-formale Bildung, zum Beispiel durch alternative E-Learning Angebote, wo kein Schulbesuch an einer Regelschule möglich ist oder vorbereitenden Unterricht, um durch Brüche im Schulbesuch bestehende Wissenslücken zu schließen, berufliche Qualifizierung, zum Beispiel durch einkommensschaffende Maßnahmen, und formale Grundschulbildung, zum Beispiel durch die Schulung von Lehrkräften darin, Kinder und Jugendliche zu unterrichten, die psycho-sozialen Unterstützungsbedarf haben. Und wir investieren in innovative Ansätze, um das Lernen von Kindern zu verbessern.

Kindesschutz

In Konflikten ist der Schutz der Kinder nicht gewährleistet. Viele Eltern sind auf das grundlegende Überleben oder die Alltagsbewältigung konzentriert. Manche Kinder und Jugendliche sind sogar von ihren Eltern oder Erziehenden getrennt worden. Auf der Flucht und in den Flüchtlingscamps laufen Mädchen und Jungen besonders große Gefahr, vernachlässigt oder misshandelt zu werden. Auch die bestehenden Schutzmechanismen sind durch das Auseinanderbrechen der Bezugssysteme häufig nur noch eingeschränkt wirksam und können Kindern und Jugendlichen keinen sicheren Schutz mehr bieten. Wir sorgen dafür, dass Kinder Zugang zu geschützten Räumen haben, in denen sie spielen und Kind sein dürfen, ohne dass sie um ihr Überleben bangen müssen.


Unsere Prinzipien

Kreativität

Kreativität kann ein Mittel sein, um ethnische, religiöse oder geschlechtsspezifische Barrieren zu überwinden. Theater, Bildende Kunst, Musik, Tanz, Sport und Spiele, soziale Medien und IKT (Informations- und Kommunikationstechniken) regen die kreativen Fähigkeiten von Kindern an. Kreative Aktivitäten verbinden sich mit der Welt der Kinder. Sie bieten sofortigen Spaß, erzeugen positive Energie und geben Kindern und Jugendlichen neue Fähigkeiten, auf die sie stolz sein können. Kreativität ist ein idealer Ort für Emotionen. Kinder und Jugendliche lernen, ihre Ängste zu überwinden, Selbstvertrauen zu entwickeln und einen Weg zu finden, sich frei auszudrücken. Kreativität kann ethnische, religiöse und geschlechtsspezifische Barrieren überwinden.

Teilhabe und Inklusion

Alle Kinder und Jugendliche haben das Recht, ihre Ansichten frei zu äußern und z.B. durch ihre Meinungen und Bedürfnisse auszudrücken und mit diesen Berücksichtigung zu finden. In der Programmplanung von War Child beeinflussen sie aktiv die Entscheidungsfindung sowie die Gestaltung und Umsetzung unserer Projekte und Aktivitäten. Die sinnvolle Beteiligung aller Kinder ist nicht nur ein Recht, sondern auch eine Notwendigkeit für die erfolgreiche Umsetzung unserer Projekte.

Konfliktsensibilität

War Child setzt alles daran, dass die Handlungen und Verhaltensweisen der Organisation und ihrer Mitarbeitenden den Konflikt nicht negativ beeinflussen. War Child analysiert die Konfliktparteien und wählt die Zielgruppen und Standorte für Projekte mit größter Sorgfalt aus. Der Inhalt der Projekte von War Child wird je nach Konfliktsituation (politisch, wirtschaftlich oder sozial) und der Auswirkung des Konflikts auf Kinder angepasst. Die geografischen Gegebenheiten beeinflussen die Entscheidungen über die Projektstandorte.



Mehr über WAR CHILD

Ambassadors

Was haben SELIG, Revolverheld, SOTIRIA, Antje Schomaker und Benoby gemeinsam? Richtig, sie sind alle War Child Ambassadors und helfen uns auf unserem Weg, möglichst viele Menschen zu erreichen und Spenden zu sammeln.

Spenden

Eine Spende muss nicht extrem hoch sein, um etwas zu bewirken. Bereits 9 Euro reichen aus, um einem Kind im Tschad 3 Monate Bildung zu schenken - das sind 36 Euro im Jahr. Auch kleine Beträge können helfen, viel zu verändern.