Unsere Arbeit in Jordanien

In Jordanien leben aktuell ca. 9.5 Millionen Menschen – 4 Millionen davon sind unter 18 und von diesen 4 Millionen Kindern sind 1.2 Millionen Flüchtlingskinder. Der Krieg in Syrien geht in das zehnte Jahr. Viele der syrischen Familien, die in Jordanien

Zuflucht gefunden haben stehen vor einer zunehmend schwierigen Situation. Die Ersparnisse sind weitestgehend aufgebraucht, aber eine sichere Rückkehr ist ebenfalls nicht möglich.

 

Die meisten Geflüchteten aus Syrien leben in jordanischen Gemeinden oder Städten, wie in der Hauptstadt Amman, aber 126.000 auch in Flüchtlingslagern wie zum Beispiel in Za’atari. Die hohe Zahl der Geflüchteten und die lange Verbleibdauer stellt die jordanische Gesellschaft vor große Herausforderungen. Es mangelt an Infrastruktur, wie Schulplätzen– und die wirtschaftliche Situation im Land verschlechtert sich. Dabei machen viele auch die Geflüchteten für die zunehmende gesellschaftliche Spaltung verantwortlich.

Keine Schule für ca. 70.000 Kinder

Schätzungen zufolge gehen etwa 70.000 geflüchtete Mädchen und Jungen im schulpflichtigen Alter nicht in die Schule – ihnen entgehen wichtige soziale Kontakte und die Chance darauf, eine positive Zukunft für sich zu entwickeln.

 

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die bestehende schulische Infrastruktur reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, das Zwei-Schicht-System, in dem unterrichtet wird, ist insbesondere für jüngere Kinder ein Problem und oftmals fehlen den Kindern die notwendigen Dokumente oder finanziellen Mittel, die zur Einschuldung, für Schulweg oder Material nötig sind.

 


Die Kinder verlieren ihre Chance auf eine unbeschwerte Kindheit

War Child arbeitet seit 2013 in Jordanien, unter anderem im Za’atari Flüchtlingslager. Hier sieht man viele Kinder im schulpflichtigen Alter bei der Arbeit auf Feldern, in Elektroshops, in Läden oder als Straßenverkäufer. Dies ist auf die zunehmend schlechte wirtschaftliche Situation der Familien zurückzuführen. In einer Befragung von War Child gaben 68% der Kinder an, zwischen 6 und 12 Stunden zu arbeiten – mehr als die Hälfte zusätzlich zum Schulbesuch. Neben den möglichen negativen gesundheitlichen Folgen, die durch die Verrichtung von schweren Tätigkeiten oder die Unfallgefahr bestehen, verlieren diese Kinder eine Chance auf unbeschwerte Kindheit und Spiel.

Can’t Wait to Learn

War Child setzt sich in Jordanien seit 2017 mit dem innovativen Bildungsprogramm Can’t Wait to Learn dafür ein, dass die Mädchen und Jungen eine positive Zukunft entwickeln und ihr Recht auf Bildung verwirklichen können. Das E-Learning Angebot, das an den jordanischen Kontext angepasst ist, bietet den Kindern die Möglichkeit, Bildungslücken zu schließen und Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten zu erwerben. Das Projekt wird in 2020 in 32 Schulen und Lernzentren umgesetzt. Dabei arbeiten wir unter anderem eng mit dem jordanischen Bildungsministerium zusammen.

 

Bis Ende 2020 möchten wir so 20.000 Kinder mit unserem Bildungsangebot erreichen, denn der Bedarf ist enorm.

 


Familien stärken und Jugendlichen eine Stimme geben

Weiterhin arbeitet War Child in Jordanien mit Familien. In einem Programm zur frühkindlichen Bildung und Erziehung organisiert War Child Spiel- und Lernangebote für die Kleinsten. Nebenbei erhalten die Erziehenden wichtige Informationen darüber, wie sie ihr Kind begleiten und fördern können und wie sie ihm dabei helfen können, bei der Flucht gemachte Erfahrungen zu verarbeiten - Starke Eltern sorgen für starke Kinder.

 

Ein weiterer wichtiger Askept ist es, geflüchteten Jugendlichen eine Stimme zu geben und ihre Perspektive zu integrieren. Im Programmansatz "Voice More" führen die Jugendlichen zu einem selbstgewählten Thema aus ihrem direkten Umfeld eine Untersuchung durch. Die Ergebnisse werden aufbereitet und Entscheidungsträgern und anderen Organisationen zur Verfügung gestellt – häufig mit überraschenden Ergebnissen, da die kindliche Perspektive sonst nur selten Beachtung findet.

 

Die Stärkung des psychischen Wohlbefindens steht bei allen War Child Aktivitäten im Mittelpunkt. Daher führt War Child auch in Jordanien Maßnahmen durch, die direkt die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in den Fokus nehmen.

 

Um noch mehr Kinder und Jugendliche in Jordanien erreichen zu können und den enormen Bedarf abzudecken, sind wir auf deine Spende angewiesen.

 

Unterstütze uns dabei, einem Mädchen oder Jungen in Jordanien durch den Zugang zu guter Bildung & psychosozialer Betreuung die Möglichkeit auf ein selbstbestimmtes Leben zu geben.


Spendenkonto

Wenn du deine Spende lieber selbst überweisen möchtest, nutze bitte folgende Kontoverbindung:

 

War Child Deutschland 

GLS Bank

IBAN: DE91430609672029274100

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Verwendungszweck: z.B. "Tschad" (oder "Jordanien" oder "freie Spende")

 

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