Seeds: Schutz der Kinder

Kinder, die in der Krise leben, sind ernsthaft bedroht - und die Kinderschutzverfahren stehen unter Druck. Die Strukturen, die dem Schutz von Kindern dienen, werden in Krisenzeiten oft geschwächt oder brechen zusammen. Dadurch sind Kinder einer Reihe schwerwiegender Risiken ausgesetzt, wie z. B. der Trennung von Familien, sexuellem Missbrauch und der Rekrutierung für bewaffnete Kräfte und Gruppen. Innovative Lösungen zur Bewältigung dieser Herausforderungen sind dringend erforderlich.
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Foto: War Child

Wie funktioniert die Intervention "Seeds"?

Kinderschutzmaßnahmen, die von lokalen Gemeinschaften geleitet und gestaltet werden, können ein wirksames Mittel zur Bewältigung der Herausforderungen sein. Gemeinde geführte Maßnahmen bieten eine nachhaltige, effektive Lösung und haben das Potenzial, eine große Zahl von Kindern zu erreichen. Die Entwicklung solcher Maßnahmen kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, weshalb die Behörden kurzfristig oft auf Behörden geführte Kinderschutzmaßnahmen zurückgreifen.

Seeds soll dazu beitragen, die Strukturen für den Kinderschutz in Krisenzeiten schneller zu stärken. Es handelt sich um eine standardisierte und dennoch anpassungsfähige Methode, die die Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellt. Gemeinschaften und Betreuer*innen kommen zusammen, um Kindesschutzprobleme und bestehende Schutzmechanismen zu erforschen, bevor sie Aktionspläne entwickeln, um die Ursachen dieser Probleme anzugehen.

Dieser Ansatz baut auf der intrinsischen Motivation der Gemeindemitglieder auf, Kinder zu schützen. Die Macht und die Entscheidungsbefugnis liegen bei der Gemeinschaft, und als Durchführungsorganisation spielen wir eine unterstützende Rolle. Da die Initiativen auf lokaler Ebene durchgeführt und von der Gemeinschaft mit ihren eigenen Ideen verwaltet werden, haben sie das Potenzial, dauerhafte Veränderungen herbeizuführen.

Die Eigenverantwortung der Gemeinschaft ist das Ausmaß, in dem die Gemeinschaften starke Bedenken zu Themen haben, die Kinder betreffen, die Arbeit zur Unterstützung gefährdeter Kinder als ihre eigene Verantwortung ansehen und sich selbst motiviert für die Verbesserung des Lebens der Kinder einsetzen. Sie ist die wichtigste Komponente einer wirksamen und nachhaltigen gemeinschaftsgeführten Aktion (Quelle). Seeds wurde entwickelt, um dieses Potenzial zu nutzen - mit einer Methode, die wirklich in Gemeinschaften eingebettet ist, die inmitten von Krisen und bewaffneten Konflikten leben.

Fortschritt und Partner

Die Wirksamkeit von Seeds wurde in Sri Lanka und im War Child-Programmland Kolumbien getestet. Wir untersuchen nun die Möglichkeiten zur Durchführung einer Evaluierung.

Der Seeds-Ansatz wird gemeinsam mit Save the Children entwickelt und getestet.

In Kolumbien schätzen wir die Unterstützung der Universidad de Los Andes - unserem lokalen Forschungspartner.

“Seeds sees the community as a protective layer around children. We believe that bringing people together to address child protection issues can serve to strengthen vital structures damaged by humanitarian crisis."
Rinske Ellermeijer, Seeds Lead Researcher

Warum ist "Seeds" wichtig?

Es gibt im Wesentlichen drei Punkte:

  • Rund 50 Millionen Kinder, die in Krisensituationen leben, sind schutzbedürftig - doch die Schutzmechanismen, die zu ihrem Schutz dienen, sind überlastet.
  • Innovative Lösungen zur Bewältigung der Herausforderungen beim Kinderschutz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind dringend erforderlich.
  • Die Forschung zur Stärkung der Kinderschutzsysteme nimmt zu, doch es gibt noch erhebliche Lücken bei der Förderung der Eigenverantwortung und der Nachhaltigkeit der Gemeinschaften.